…ENDE?
…wer denkt den gleich ans Ende… nein, die Geschichte geht dann eben doch noch weiter. Na ja, das Ende ist halt doch nicht immer das ende einer Geschichte und so bildet die 11. Etappe quasi den Epilog der Reise von Basel nach Basel.
Diese 11. und letzte Etappe zog sich in diesem Jahr über 4 Monate hin. Ich habe nach langem Suchen, viel Glück und VitaminB einen Hafenplatz gefunden um meinen Faustino “nach Hause” zu nehmen.
Etappe 11/Teil I. Chalon-sur-Saône – Seurre mit Dan
105. Chalon-sur-Saône SKM143 (Dienstag, 15.07.14)
Abfahrt Chalon garnicht
gefahrene Km 0 - Total Strecke bisher 7687km, 0 Schleuse
Tja, warum wohl nicht? Ich fuhr heute früh in Sissach los um Faustino vorzubereiten und die Formalitäten zu erledigen. Dan wird nachreisen, so dass wir im Verlaufe des Nachmittags starten könnten. Tanken war noch angesagt, die letzte Möglichkeit vor Saint-Jean-de-Losne. Als ich die Motoren starten wollte, ging gar nichts. Es stellte sich bald heraus, dass die Backbordbatterien total entladen sind und durch das Ladegerät nicht aufgeladen wurden über den Winter hin. Die Batterien waren auch nicht mehr zu retten, so habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, wenigstens für Morgen früh neue Batterien zu bekommen.
Wir haben uns mit Proviant eingedeckt und uns einen gemütlichen Abend auf dem Schiff gemacht.
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106. Chalon-sur-Saône SKM143 – Seurre SMK187 (Dienstag, 15.07.14)
Abfahrt Chalon 11:00h
gefahrene Km 44 - Total Strecke bisher 7731km, 1 Schleuse
Ankunft Seurre 14:15h
Der Mann mit den Batterien kam sogar früher als geplant und wir konnten bereits um 10h tanken. Die Motoren laufen “wie n’es Örgeli” und endlich sind wir wieder auf dem Fluss. Herrliches Wetter (Sonnencreme inkl.) und eine schöne wenn auch kurze Strecke liegt vor uns.
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Etappe 11/Teil II. Seurre – Pagny-le-Château Alleine
In der zweitletzten Sommerferienwoche waren wir auch mit Faustino unterwegs von Seurre bis Saint-Jean-de-Losne und zurück als wir (Elena, Chiara, Aline, Sylvia und ich) bei Liliane und Max in Pagny-le-Chateau in den Freien waren. Jonas, Thomas, Bea und Martin haben uns dort Besucht und 2 Tage auf dem Schiff verbracht. Seither stand Faustino im Hafen von Seurre und wartete auf die Weiterfahrt und vor allem auf den Umbau oder besser gesagt auf den Rückbau…
107. Seurre SMK187 – Pagny SKM195 (Samstag, 27.09.14)
Abfahrt Seurre 15:30h
gefahrene Km 8 - Total Strecke bisher 7739km, 1 Schleuse
Ankunft Pagny 16:15h
Heute Morgen bin ich früh aus den Federn und bin mit dem Auto und einiges an Werkzeug nach Seurre gefahren. Mich trennen noch wenige Kilometer vom eigentlichen Rhone-Rhein-Kanal (RRK). In allen Unterlagen und auch nach Aussage des Schleusenpersonals ist der RRK mit einer maximalen höhe von 3.55m befahrbar. Faustino ist 2m höher. Also, der Auftrag war klar, ich muss mein Schiff oben soweit demontieren, dass ich unter den Brücken durchkomme.
Vielleicht könnt Ihr Euch erinnern – Vorher:
und Nachher:
Nachdem ich den Radarmast, alle Geländer und Sitze auf der Flybrige demontiert hatte, war Faustino immernoch fast 30cm zu hoch. Da hilft nur eins, die Säge muss her und das Windbord muss weggeschnitten werden.
In der Zwischenzeit haben die mir im Hafen in Seurre aber den Strom abgestellt und da blieb mir nichts anderes übrig als mich auf den Weg nach Pagny zu machen.
Max, Besitzer vom wunderschönen Ort Pagny-le-Chappel hat mir dann fast 400m Kabel an den Kanal gelegt damit ich das Bord abschneiden konnte.
Nach getanem Werk war ich zum Nachtessen eingelden bei Max und Liliane.
Chapelle-de-Pagny ist ein wunderschöner Ort an dem die Gastfreundschaft hoch geschrieben ist! Wer einfach einmal abschalten möchte und für eine Zeit die “Seele bambeln lassen” dem kann ich diesen Ort nur wärmstens empfehlen. Er liegt im Burgund etwa 2 Autostunde von Basel entfernt. auch mit dem Zug via Dijon sehr gut erreichbar.
Danke Liliane und Max für Eure Hilfe und die Gastfreundschaft.
Etappe 11/Teil III. mit Karin
108. Pagny SKM195 – Dole RRK19 (Sonntag, 28.09.14)
Abfahrt Pagny 09:30h
gefahrene Km 43 - Total Strecke bisher 7782km, 9 Schleuse
Ankunft Dole 17:30h
Es freut mich sehr, Euch meinen heutigen Fahrgast vorzustellen. Wir haben uns gestern in Pagny kennen gelernt und Karin hat spontan entschieden heute mit mir nach Dole zu fahren… 
…und glaubt mir, ich bin sehr froh darüber. Abgesehen davon, dass Karin an sich einfach eine erfrischender Mensch ist, kann sie auch kräftig angepackt. Für mich beginnt nämlich ab dem Rhone-Rhein-Kanal eine andere Form des schifffahrens. Vieeeeele Schleusen…
…aber erst mal von vorne. Der Lauf der Saone führt uns durch Saint-Jean-de-Losne. Hier befindet sich übrigens der grösste Binnenyachthafen Europas. Ein hübsches Städtchen, welches in dieser Jahreszeit fast schon ausgestorben ist. Wir haben hier noch einmal Gelegenheit um zu tanken. Allerdings mit Kreditkarte an der Zapfsäule die einen Höchstbetrag pro Bezug von rund 60Euro zulässt. Nach 6mal Karte rein und tippen hats mir gereicht.
In Saint-Symphorien-sur-Saône verlassen wir nach 206km entgültich die Saone und biegen rechts in den Rhone-Rhein-Kanal (RRK) ein. In der ersten Schleusse müssen wir uns anmelden und erhalten die Fernbedienung für die automatisierten Schleusen.
Und schon gehts los mit den Schleusen…
… auf den nächsten 19Km werden wir 9 Schleusen durchfahren…
…sehr tiefe Brücken!!!
Der RRK ist etwas dreimal so breit wie Faustino und entsprechend konzentriet verläuft die Fahrt durch eine idyllische, fast schon nostalgische Landschft.
Da giebts auch noch grössere als wir und vorallem langsamere…
…praktisch im Standgas erreichen wir am Abend Dole
Danke Karin für Deine Hilfe und vorallem das Du mitgekommen bist.
Faustino bleibt für 2 Wochen hier im Hafen von Dole.
Etappe 11/Teil IV. Dole – Montbéliard mit Urs und Remo
109. Dole RRK19 – Avanne RRK67 (Montag, 13.10.14)
Abfahrt Dole 11:30h
gefahrene Km 48 - Total Strecke bisher 7830km, 20 Schleuse, 1 Tunnel
Ankunft Avanne 18:30h
Urs und ich sind heute wieder nach Dole gereist. Nach dem Auschecken im Hafen haben wir uns zuerst mit Proviant eingedeckt und Dole angeschaut…
…und haben uns dann auf den Weg gemacht. Unser Ziel war zwar nicht weit, aber immerhin 20 Schleusen “lang”.
Der RRK verläuft auf einem grossen Teil seiner Strecke auf dem Doubs und wechselt hierbei laufend zwischen Kanal und dem Flussbett des Doubs.
Schleuse 65 soll hier nicht verwirren, es sind nämlich viel mehr. Die Schleusen werden nämlich zuerst hoch gezählt und dann zurück bis zum höchsten Punkt des Kanals und dann wieder vorwärz.
Zum Teil wurde es sehr eng, mehr als Schrittempo war da nicht drinn…
…und oft haben uns die Fussgänger auf dem Treidlerpfad eingeholt.
Ja, und dann kam der erste Tunell…
…nicht Lang, aber sehr eng.
Am Abend ist dann Remo zu uns gestossen und wir haben dann auch ein Restaurant gefunden dass noch offen hat – nicht selbstverständlich in dieser Gegend.
110. Avanne RRK67 – Baume-les-Dames RRK110 (Dienstag, 14.10.14)
Abfahrt Avanne 08:30h
gefahrene Km 43 - Total Strecke bisher 7873km, 16 Schleuse, 1 Tunnel
Ankunft Baume-les-Dames 18:30h
An der Anlegestelle in Avanne – notabene keine offizielle sondern eigentlich ein Ausstieg für Kanuten – gab es keinen Stromanschluss und entsprechend auch keinen Kaffee am Morgen. Wir freuten uns auf eine z’Morgenpause in Besançon.
Bereits nach einer kurzen Strecke erreichten wir den 2ten Tunnel der direkt unter Besançon durchführt…
…auf der anderen Seite konnten wir an einer Péniche anlegen um in die Stadt zu gehen.
Gestärkt vom Frühstück führte und der Doubs durch eine schöne Landschaft…
…immernoch abwechslungsweise Kanal und Fluss…
…so erreichten wir am Abend Baumes-les-Dames. Im Hafen bei einem Feierabendbier merkten wir plötzlich, dass die Bilgenpumpe auf der Steuerbordseite alle paar minuten ansprang. wir sind der Sache auf den Grund gegangen…
…Das war mal ein Muffler!? Remo hat da mal gegoogelt und herausgefunden, dass dies zum Einen ein Schalldämpfer ist und zum Andern die Abgase mit dem Kühlwasser mischt. So sieht der noch intakte Mufflerauf der Backbordseite aus. Wie es aussah, wurden die Abgase zu heiss ausgestossen und haben den Muffler geradezu verschmolzen.
Der Grund war im Kühlsystem zu suchen und war dann auch bald klar. Im Ansaugbereich unter dem Schiff haben Allgen uns Laub das Schutzgitter verstopft. Da hilft nur eins, rein ins kalte Wasser und das Gitter freimachen.
111. Baume-les-Dames RRK110 – L’Isle-sur-le-Doubs RRK142 (Mittwoch, 15.10.14)
Abfahrt Baume-les-Dames11:30h
gefahrene Km 32 - Total Strecke bisher 7905km, 15 Schleuse
Ankunft L’Isle-sur-le-Doubs 17:30h
Wir haben gestern noch lange gehirnt, was die richtige Lösung wäre.
Im verlaufe des Abends haben wir dann die Devise entwickelt:”Wer Braucht schon einen Muffler?” Und die Lösung war dann…
…ein altes Ofenrohr vom Schrottplatz.
Die Reparatur hat noch einige Zeit in Anspruch genommen bevor wir dann starten konnten.
Die Anlegestelle in l’Isle-sur-le-Doubs lag mitten im Städtchen… 
…mit Stromanschluss. Wir haben im Suppermarkt eingekauft und auf dem Schiff zu Abend gegessen.
112. L’Isle-sur-le-Doubs RRK142 – Montbéliard RRK165 (Donnerstag, 16.10.14)
Abfahrt L’Isle-sur-le-Doubs 09:30h
gefahrene Km 23 - Total Strecke bisher 7928km, 12 Schleuse
Ankunft Montbéliard 15:30h
L’Isle-sur-le-Doubs ist ein hübsches kleines Städtchen mit Industrieller Vergangenheit. Der Doubs teilt sich hier in mehrere Arme.
Gestern Abend hat sich noch eine Mitarbeiterin der Kanalbehörden nach der Höhe des Schiffes erkundigt. Kurz nach Abfahrt haben wir auc den Grund dafür erlebt…
…die Schleusenmitarbeiter haben für uns über Nacht den Kanalpegel um fast 40cm abgesenkt, damit wir unter dieser Brücke durch konnten.
Kurz darauf mussen sie dann auch noch den Verkehr stoppen und die Brücke hochfahren.
An dieser Stelle kreuzen wir zum letzten mal den Doubs. Ab hier bis Basel ist der Rhone-Rhein-Kanal tatsächlich nur noch Kanal. Das Wasser für Die Speisung der Kanalbecken kommt ab hier vom Flüsschen Allan. 
Kurz Montbéliard noch einmal eine Hebebrücke.
Faustino bleibt bis am 01.11.14 im Hafen von Montbéliard
Etappe 11/Teil V. Montbéliard – Kembs-Niffers mit Thomas, Soraya, Jonas und Öslem
115. Montbéliard RRK165 (Samstag, 01.11.14)
Für die folgende Etappe brauchte es eine Voranmeldung da die Fernsteuerung für die Schleusen nur bis Schleuse No.8 funktioniert und ab da ein Schleusenwärter mit seinem Auto von Schleuse zu Schleuse fährt und die Schiffe durchlässt.
Ich bin heute sehr früh los in Sissach wiel ich mich um 10h an der Schleuse angemeldet habe. Das die Franzosen am 1. November niemals arbeiten, habe ich dann erst erfahren, als ich vor der Schleuse 15Min. gewartet und dann angerufen habe. Mit Faustino im Kanal zu wenden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aus diesem Grund musse ich den ganzen Weg bis zum Hafen rückwärz wieder aus dem Kanal fahren.
Schlussendlich habe ich die Zeit genutzt um noch ein letztes mal zu tanken (mit Karnister selbstverständlich wie könntes es auch anders sein) und nach dem Getriebe zu sehen welches seit der letzen Etappe Öl verliert.
116. Montbéliard RRK165 – Dannemarie RRK196 (Sonntag, 02.11.14)
Abfahrt Montbéliard 08:30h
gefahrene Km 31 - Total Strecke bisher 7959km, 26 Schleuse, 1 Aquädukt
Ankunft Dannemarie 15:30h
Heute hat es dann geklappt mit dem Schleusen…
…Das Wetter ist zwar sehr schön aber kalt ist es dennoch. nach 3 Schleusen haben wir das Aquädukt von bei Schleuse No.9 erreicht.
Die Wasserbrücke führt über die Allan… 
Und die Brücken unter denen wir durch müssen, werden auch nicht höher.
Diese Bewegliche Brücke wird auf die Seite geschwenkt damit wir durch können.
In Montreaux Chateau haben wir dann den höchsten Punkt des RRK erreicht. dies ist die Wasserscheide Nord Süd. Ab hier fliesst das Wasser entweder in die Rhone oder richtung Norden in den Rhein. Dementsprechend schleusen wir von hier zu Tal… 
…und so sieht das dann aus wenn 14 Schleusen unmitelbar hinereinander stehen.
In Dannemarie haben wir viele Resaurants gefunden aber keines das auch offen hatte um diese Zeit. Dank Öslem und ihrem Mut zur Harnäckigkeit haben wir den ärgsten Hunger mit Käse und Brot dann doch noch in einem Restaurant gestill.
Jonas und Öslem haben den Zug zurück nach Montbéliard genommen und sind dann mit dem Auto nach hause gefahren. Dafür ist später in der Nacht Soraya zu uns gestossen.
117. Dannemarie RRK196 – Kembs-Niffers RRK237 (Montag, 03.11.14)
Abfahrt Dannemarie 09:30h
gefahrene Km 40 - Total Strecke bisher 7999km, 24 Schleuse, 1 Tunnel
Ankunft Dannemarie 17:30h
Das Wetter war uns nicht so treu an unserem letzten Tag der Reise von Basel nach Basel. Wir liessen uns nicht aus der Ruhe bringen und Sorayas Lächeln hat den Tag immer wieder aufgehellt…
…und Kate Winslet kann bei diesem Bild eh gleich zusammenpacken.
Hier an dieser Stelle kam dann die fast letzte Heruasforderung auf uns zu. Der Souterrain von Mulhouse. Dieser “Tunnel” führt unter der TGV-Bahnlinie durch und ist mit 3.55m angeschrieben. Denkste – Faustino ist mit 3.51m nicht durchgekommen und verkeilte sich in der Mitte ziemlich arg zwischen Wasser und Decke. Scheussliches Geräusch kann ich Euch sagen. Zum Fotogrphieren war da keine Zeit mehr…
…wir mussten warten bis der Schleusenwart den Kanal abgesenkt hatte. Nach der 2 letzten Schleuse noch einmal eine Brücke mit 3.55m dort fehleten uns dann fast 10cm und es hiess wieder eine halbe Stunde warten bis das Wasser abgelaufen war.
Und dann endlich freie Fahrt richtung Kembs…
Danke an Dan, Max, Liliane, Karin, Urs, Remo, Thomas, Jonas, Öslem und Soraya für die Unterstützung auf dieser ketzten Etappe.
Faustino steht jetzt in seinem Winterplatz im Hafen Kembs-Niffers, ist in der Zwischenzeit geputzt und für den Winter vorbereitet. Für mich gilt es nocheinmal zusammen zu zählen:
- 117 Tage Reise
- 7999 km
- ziemlich genau 516 Reisestunden mit Faustino (ergibt eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 15.5Km/Std.)
- 220 Schleusen
- 722 Höhenmeter zu Tal
- 702 Höhenmeter zu Berg
- durch insgesamt 14 Länder
Auch wenn ich nächsten Frühling bestimmt mal noch ganz nach Basel fahren werde, sage ich jetzt trotzdem
Ende!



























































