Etappe 03 Würzburg – Passau mit Ruedi
Wir sind es langsam angegangen diese Etappe, zumal wir bei MK 262 die letzte Möglichkeit zum tanken nutzten mussten. Eine weitere würde sich erst wieder auf der Donau bieten. Wir haben auch gleich den Rekord gebrochen und die grösste Menge an Diesel bezogen die je auf einmal gebunkert worden ist in diesem Hafen.
8. Tag Würzburg MK 253 – Ochsenfurt MK 271
Abfahrt in Ochsenfurt 14:30h
gefahrene Km 18 – Total Strecke bisher 586km – 2 Schleusen
Ankunft in Ochsenfurt 18:15h
Ruedi klopfte quasi am Morgen früh ans Fänschterli. Wir haben uns Zeit gelassen und noch ausgiebig Würzburg angeschaut und kulinarisch auf Weisswurstfrühstück getestet.
Der Main wird je länger je mehr zur Weingegend.
Ochsenfurt voraus. Dies ist die neu renovierte Brücke. Wer es interessiert – im Internet findet man auch noch einige Bilder der im Krieg zerstörten Brücke. Über diese Brücke sind wir dann des Nachts gegangen, als wir vom Ochsfurter-Feuerwehr-Johannisfeure-Fest nach Hause bzw. nach Schiffe kamen.
9. Tag Ochsenfurt MK 271 – Schweinfurt MK 332
(Sonntag 23.06.13)
Abfahrt in Ochsenfurt 09:30h
gefahrene Km 61 – Total Strecke bisher 665km – 6 Schleusen
Ankunft in Schweinfurt das weiss ich nicht mehr.
Dies Etappe war wirklich eine Tortur. Wir sind in den Strudel von Sonntäglichen Bootsausflügler gelandet und kamen einen ganzen Tag lang nicht mehr da raus. Das sah dann so
aus…
… wir tuckerten den ganzen Tag mit max. 10km/h hinten nach und es gab keine Möglichkeit zum überholen. Oder schon, aber dann mussten wir an der nächsten Schleuse trotzdem wieder auf den Frachter warten.
Dafür hatten wir Zeit um solches zu entdecken … s. Name…
… und anders als vor gehabt, erreichten wir heute Schweinfurt und nicht wie geplant Bamberg
10. Tag Schweinfurt MK 332 – Yachthafen Süss bei Erlangen MDK 42
(Montag 24.06.13)
Abfahrt in Schweinfurt 10:00h
gefahrene Km 94 – Total Strecke bisher 759km – 10 Schleusen
Ankunft in Erlangen ca. 22h, auf jeden Fall war es stock dunkel
Schön, nach diesem Tag gestern wieder alleine unterwegs zu sein…
… und da sah es dann auch mal wieder so aus hinter Faustino
und dann fing es an zu regnen und das erste mal auf meiner Reise wechselten wir den Steuerstand nach innen.
Hier ist wieder ein grosser Abschnitt auf meiner Reise. Nach 384km auf dem Main zu Berg geht links der Main zwar weiter, wir verlassen ihn jedoch an dieser Stelle und zweigen rechts in den Main- Donau-Kanal (MDK) ab…
… und der Kanal ist schon landschaftlich deutlich anders. Kaum mehr ein Dorf oder eine Stadt direkt am Wasser zu sehen. Natürlich nicht, der MDK wurde ja in seiner heutigen Form erst 1992 (nach 32 Jahren Bauzeit) fertiggestellt und wurde natürlich neben den Städten durchgebaut.

11. Tag Yachthafen Süss bei Erlangen MDK 42 – Nürnberg MDK 65
(Dienstag 25.06.13)
Abfahrt in Schweinfurt 10:30h
gefahrene Km 23 – Total Strecke bisher 782km – 1 Schleuse
Ankunft im Hafen Nürnberg 12:30h
Dies ist das erste von vielen Aquädukten die wir auf unserem Weg durch den Kanal überqueren.
wir steuern auf Nürnberg zu, rechts der Fehrnsehturm
Die Schleusen werden immer imposanter in ihrer Höhe die sie überwinden. Wir schleusen ja immer noch zu Berg, in diesem Fall – Schleuse Kriegenbrunn – 18,3m.
Das ist Nürnberg, definitiv eine Reise wert. Ruedi hatte bereits während seiner Abreise einen Aufenthalt in der Stadt gemacht und hat von diesem wahnsinnigen Brunnen erzählt…

… der Brunnen des Lebens.
Mitten im pulsierenden Leben auch diese Orte…
und eine von mehreren Kirchen die nach dem Krieg wieder Aufgebaut wurden, fast unglaublich, St. Lorenz war fast ganz zerstört.
Dieser Brunnen heisst der Schöne Brunnen. Wer sucht, findet einen Goldenen Ring im Gitter eingearbeitet der aus einem Stück geschmiedet wurde. Es werden demjenigen drei Wünsche erfüllt der am goldenen Ring dreht, wenn er dreimal dreht wird er mit reichem Kindersegen belohnt. – Ruedi, wie oft hast Du gedreht?
Diese Skulptur hat mich auch gehalten – wir sitzen alle im gleichen Boot.
12. Tag Nürnberg MDK 65 – Beilngries MDK 128
(Mittwoch 26.06.13)
Abfahrt in Nürnberg 08:50h
gefahrene Km 63 – Total Strecke bisher 845km – 7 Schleusen
Ankunft im Hafen Altmühltal/Beilngries ??h
Das Wetter spielt etwas verrückt und wir fahren immer noch vom Innenfahrstand aus aber vor allem wegen der Temperatur, der Regen hält sich in Grenzen.

Warum schon wieder ein Bild von einer Schleuse? Nun, die Schleuse Bachhausen MDK116 hat schon eine etwas besondere Bedeutung. Wir befinden uns hier nämlich am quasi obersten Punkt meiner Reise. Bis jetzt schleusten wir ab Mainz zu Berg, ab hier geht es nur noch zu Tal bis ins Schwarze Meer.
Dieses Monument stammt von dem Künstler Hannsjörg Voth und steht genau auf der europäischen Wasserscheide auf 406 MüM bei MDK 115,4
13. Tag Beilngries MDK 128 – Regensburg DK 2387
(Donnerstag, 27.06.13)
Abfahrt in Beilngries 10:30h
gefahrene Km 66 – Total Strecke bisher 911km – 4 Schleusen
Ankunft im Regensburg 18:45h
Das letzte Stück auf dem MDK steht uns bevor und dann kommen wir auf die Donau. Darauf habe ich mich am allermeisten gefreut.
Diese Brücke ist nicht vom Hochwasser eingebrochen.
Kehlheim die Stadt an der Mündung MDK in die Donau. Oben die Siegeshalle und unten einen Blick ins Städtchen.


Und dann ist es soweit, der letzte Kilometer auf dem Kanal beginnt. Bei MDK 171 mündet er in die Donau und zwar bei Donaukilometer (DK) 2411.
Um dies noch genauer zu erklären mache ich hier einen kurzen Abstecher:
– Der Rhein zu Tal war in meinem Bericht ab Kilometer 168 (Basel) aufwärts kilometriert weil RK 0,0 = Ausgang Bodensee ist und der Rhein zu Tal gezählt wird bis zu Mündung
– Der Main war kilometriert ab MK 0,0 bei Mainz zu Berg bis MK384 bei Bamberg (Beginn Main-Donau-Kanal), der Main wird also zu Berg gezählt.
– Der MDK ist wie gesagt 171Km lang und wird von Bamberg 0,0 bis Kehlheim 171 gezählt (erst zu Berg dann eben zu Tal)
– Die Donau wird gezählt ab Ihrer Quelle DK0,0 bis zur Mündung ins Schwarze Meer DK2857, sie ist also zu Tal kilometriert. Wir treffen auf die Donau erst nach 446km ihres Weges zur Mündung.
Der grosse Moment es es sieht wieder alles anders aus. Die Grösse des Flusses wird im ersten Augenblick offensichtlich und wird in den kommenden Wochen laufend zunehmen. Wir spüren deutlich die recht starke Strömung auch im positiven Sinne. mit der gleichen Fahrgeschwindigkeit kommen wir nun zwischen 7 und 10 Km/h schneller voran.
Ein schönes Gefühl auf der Donau zu sein!
Und das ist Regensburg bei Nacht – unserem Tagesziel.

14. Tag Regensburg DK 2387 – Straubing DK2290
(Freitag, 28.06.13)
Abfahrt in Regensburg 15:00h
gefahrene Km 88 – Total Strecke bisher 998km – 3 Schleusen
Ankunft im Straubing 20:00h
Wir haben uns erst mal Zeit gelassen, jeder für sich. Ruedi machte einen Ruhigen Lesetag auf dem Schiff und ich besichtigte Regensburg bei Tag.
Der Regensburger Dom war von allen Kirchen bisher der eindrücklichste. Ich weiss nicht genau was mich so zu verweilen anregte, vielleicht das besondere Licht.
Um 12h lud die Orgel zur Mittagsmeditation ein und bewegte mich zu verweilen und zum innehalten.
Nürnberg, eine “schöne kleine Stadt”.
Am Nachmittag machten wir uns wieder auf den Weg bzw. auf die Donau…

… um nach wenigen Kilometern wieder zu Ankern…
Die Walhalla lud uns ein, all den Grossen dieser Welt zu huldigen…
… und schenkte uns einen Weitblick auf unsere bevorstehende Route…

…über die wachsende Donau…

… und hinein, mitten ins Bürgerfest mit Musik, Wurstständen, und Bierzelte soweit das Auge reichte.
P.S. Zur gleichen Zeit seid Ihr zuhause vielleicht am Jazz in der Begegnungszone gewesen. Wir hatten unser Openair in Straubing.

15. Tag Straubing DK2290 – Passau DK2232
(Samstag, 29.06.13)
Abfahrt in Straubing 09:15h
gefahrene Km 58 – Total Strecke bisher 1057km – keine Schleuse, kaum zu glauben
Ankunft im Passau 15:00h
Also, jetzt Achtung, es kommt gleich…
…nein, das ist es noch nicht…
…das auch nicht, bitte um etwas Geduld…
…ja, das ist es – Donaukilometer 2289 – was, Ihr wisst nicht was dies bedeutet? habt ihr nicht nachgerechnet? Ja, richtig, es ist der 1000ste Kilometer auf meiner Reise!
Die Donau nimmt sich Ihren Platz in der Landschaft und so hat sie dies auch vor vier Wochen noch gemacht. Wenn ich mir vorstelle, dass noch vor Kurzer Zeit das Wasser über die Laterne im unteren Bild schwappte…
… wirklich erstaunlich was die Menschen dort an Aufräumarbeiten geleistet haben in der kurzen Zeit!








































